IKS Mobilitätsplanung entwickelt bundesweit integrierte Mobilitätskonzepte: Fuß- und Radverkehr, Parkraum, Schulwege, Verkehrsversuche und digitale Beteiligung. Das Büro verbindet Planung, Bürgerbeteiligung und Praxiswissen, um Städte sicherer und lebenswerter zu machen.
Alexander Gardyan von IKS Mobilitätsplanung im Interview
Das Interview führte Gabriele Hennemuth
Beschreibt doch bitte, was IKS Mobilitätsplanung macht! Gibt es Projekte, an die ihr euch gerne erinnert? Woran arbeitet ihr aktuell?
Wir sind ein bundesweit agierendes Ingenieurbüro mit dem Schwerpunkt integrierte Mobilitätsplanung. Unsere Arbeit besteht aus der Erstellung kommunaler Mobilitätskonzepte, beispielsweise Fuß- und Radverkehrskonzepte, Parkraumkonzepte oder Leistungsfähigkeitsberechnungen von Kreuzungen. Dabei arbeiten wir sowohl an kreisweiten und gesamtstädtischen Mobilitätskonzepten als auch an konkreten Fragestellungen auf Quartiersebene, wobei wir stets Wert auf eine umsetzungsorientierte Planung legen.
Dazu gehören insbesondere öffentliche Beteiligungsformate, um Planungen transparent und nachvollziehbar zu gestalten und so die Akzeptanz zu erhöhen. Wir setzen dabei auf frühzeitige Beteiligung, klare Kommunikation und eine anschauliche Darstellung komplexer Inhalte.
Ein ansprechendes Projekt ist der Kinderstadtplan für die Stadt Luxemburg. Dort entwickeln wir gemeinsam mit Kindern, Eltern und Stadtverwaltung eine kindgerechte Stadtkarte sowie Maßnahmen zur Gestaltung sicherer Schulumfelder. Auch das Projekt „Bönnsche Viertel“ in Bonn ist spannend: Ziel war es umsetzungsorientierte Mobilitätskonzepte zur Steigerung der Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Konkret durch die Entlastung von Kfz- Durchgangsverkehr, das Freiräumen der Gehwege oder ein angemessenes Angebot von Parkplätzen im Quartier. Wichtig war stets, dabei die Funktionalität für die Bewohnerinnen und Bewohner aufrecht zu erhalten.
Einen besonderen Reiz bieten aber auch regionale Projekten, wo das Praxiswissen aus anderen Städten und Bundesländern auf nordhessische Belange übertragen werden kann. Wir haben beispielsweise Mobilitätskonzepte für Bad Wildungen, Homberg (Efze) oder Kaufungen erstellt. Da geht es oft um Themen wie Schulwegsicherheit, Erreichbarkeit, die Gestaltung von Ortsmitten oder die Planung von Fahrradtrassen.
Ein weiteres Beispiel ist Niedenstein, wo in diesem Sommer voraussichtlich als Ergebnis des Nahmobilitätskonzeptes eine Straße im Ortskern temporär umgestaltet wird, gefördert durch das Land Hessen. Solche „Verkehrsversuche“ machen den Nutzen von Veränderung unmittelbar erfahrbar und bieten die Möglichkeit neue Ideen einfach mal auszuprobieren, ohne gleich teure Umbaumaßnahmen finanzieren zu müssen.
Was motiviert euch, eure Unternehmensidee umzusetzen? Was möchtet ihr erreichen?
Wir glauben, dass Verkehrsplanung mehr ist als Infrastruktur. Es geht um Lebensqualität, Teilhabe, Klimaschutz und das Verständnis des Straßenraumes als öffentlichen Raum. Uns motiviert, dass wir mit unserer Arbeit etwas bewegen können. Und dass wir gemeinsam mit Kommunen, Verwaltung und Zivilgesellschaft nach Lösungen suchen, die vor Ort wirklich funktionieren.
Was wir auch beobachten: Planung im bestehenden Straßenraum gewinnt an Bedeutung, weil es kostengünstig, schnell umsetzbar und sehr konkret ist. Genau das entspricht unserer Philosophie. Dabei verstehen wir Planung immer als Abwägungsprozess. Gerade im kommunalen Raum gibt es begrenzte Budgets, unterschiedliche Interessen und selten die eine perfekte Lösung. Umso wichtiger ist es, Planungsgrundlagen transparent darzustellen und politische Entscheidungen gut vorzubereiten. Wir setzen daher auf frühzeitige und transparente Kommunikation, die nicht nur für Fachleute verständlich ist.
Wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist auch das ehrenamtliche Engagement in Fachverbänden, sei es in Gremien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) oder in der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V. (SRL). Durch die Beteiligung an aktuellen Planungsdiskussionen, die Betreuung von Forschungsprojekten und die ständige Fort- und Weiterbildung unseres Teams, können wir schnell auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren und unseren Auftraggebern den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik bieten.
Wie hat sich das Unternehmen seit der Gründung entwickelt? Über welche aktuellen Entwicklungen könnt ihr berichten?
Gegründet wurde das Büro im Jahr 2014. Zusammen mit Andreas Schmitz, der bei Gründung bereits viele Jahre Erfahrung und fachliches Renommee mitgebracht hat, wurde das Büro bis heute entwickelt und fachlich etabliert.
Andreas Schmitz wird sich in den kommenden zwei Jahren nach langjähriger Tätigkeit als Geschäftsführer aus dem Tagesgeschäft zurückziehen. Er wird uns weiterhin mit seiner Erfahrung und Expertise begleiten, insbesondere in fachlichen Gremien sowie in ausgewählten Projekten. Wir freuen uns, dass er sein Fachwissen auf diese Weise weiterhin einbringt und unser Büro auch künftig mitprägen wird.
In diesem Jahr sind Moritz Strömich und Lauritz Klöpping als neue Geschäftsführende Gesellschafter dazugekommen. Beide sind schon seit mehreren Jahren Teil des Teams und haben ihren Masterabschluss in der Fachrichtung Stadt- und Regionalplanung an der Universität Kassel abgelegt.
Mit der Erweiterung der Geschäftsführung ist auch unser thematisches Spektrum neben den weiterhin bestehenden Kernthemen breiter geworden. Zum Beispiel mit dem Themenfeld Schulmobilität, darunter fallen unter anderem die Schulwegeplanung oder die Entwicklung von Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Schulumfeld. Ein weiteres Feld ist die Digitalisierung von Planungsprozessen und Beteiligungsformaten.
Was sind aktuelle Herausforderungen in kommunalen Planungsprozessen – und wie geht ihr damit um?
Ein zentraler Punkt ist die frühzeitige öffentliche Beteiligung. Sie entscheidet oft mit darüber, ob eine Maßnahme überhaupt umgesetzt werden kann. Unser Anspruch ist, möglichst alle Zielgruppen mitzunehmen. Das ist nicht immer einfach, aber absolut notwendig, um tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Gleichzeitig stehen wir vor der Herausforderung, neue digitale Werkzeuge sinnvoll in bewährte Planungs- und Beteiligungsprozesse einzubinden. Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Daten besser auszuwerten oder einzelne Arbeitsschritte effizienter zu gestalten aber sie ersetzt keine politische Abwägung oder den Dialog vor Ort.
Hier wird es zukünftig darum gehen, einen sinnvollen Einsatz von KI und digitalen Hilfsmitteln zu etablieren, um bestmögliche Planungsergebnisse im Sinne aller Akteure zu erzielen.
Welchen Mehrwert hat der Standort „Science Park“ für euch?
Für uns als Planungsbüro bietet der Science Park ein spannendes Arbeitsumfeld. Die Nähe zur Uni ist für uns ein großer Pluspunkt. Unser Team besteht aus Verkehrsplanern, Stadtplanern und Bauingenieuren, welche alle an der Universität Kassel studiert haben. Wir beschäftigen zudem studentische Hilfskräfte und haben eine Vielzahl an Praktikant*innen während ihres Studiums betreut. Alexander Gardyan ist dort nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet integrierte Verkehrsplanung weiterhin in der Lehre aktiv.
Außerdem bietet die Uni Kassel zunehmend die Möglichkeit den Schwerpunkt der integrierten Verkehrsplanung im Rahmen verschiedener Studiengänge zu studieren. Das sorgt dafür, dass junge Leute mit einem starken Praxisbezug und einem breiten Planungsverständnis in die Arbeit einsteigen. Davon profitieren wir als Büro sehr. Das beste Beispiel hierfür sind unsere beiden neuen Geschäftsführer.
Ein weiterer Pluspunkt sind auch die flexiblen Raummöglichkeiten: Für uns als Büro mit ehrenamtlichem Engagement in bundesweit organisierten Fachverbänden ist es super, hier unkompliziert Treffen oder Workshops organisieren zu können. Und nicht zu unterschätzen: die Kantine! Es ist Gold wert, im Haus etwas Leckeres und Gesundes essen zu können.
Zusammenfassung in einfacher Sprache:
KS Mobilitätsplanung hilft Städten dabei, dass Menschen gut von A nach B kommen.
Mobilität bedeutet: sich bewegen können – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus, mit dem Auto oder anderen Verkehrsmitteln.
Die Firma plant zum Beispiel:
- sichere Fußwege und Fahrradwege
- genug Platz zum Parken
- sichere Wege für Kinder zur Schule
- Straßen, die für alle gut funktionieren
Wichtig ist ihnen, dass Menschen in der Stadt früh mitreden können. Sie erklären die Pläne so, dass alle sie gut verstehen.
IKS arbeitet in vielen Städten in Deutschland. Ein schönes Projekt ist der Kinderstadtplan für Luxemburg. Dort machen sie die Wege für Kinder sicherer.
Das Büro gibt es seit 2014. Andreas Schmitz war von Anfang an dabei und gibt seine Erfahrung weiter, auch wenn er sich bald aus dem Tagesgeschäft zurückzieht. Seit diesem Jahr gibt es zwei neue Geschäftsführer: Moritz Strömich und Lauritz Klöpping. Beide haben an der Universität Kassel Stadt- und Regionalplanung studiert.g.
Der Science Park ist für IKS ein guter Ort, weil sie dort nah an der Uni Kassel sind, mit Studierenden arbeiten können und gute Räume für Treffen haben.